Mit rund 70 Hubschraubern gehört das deutsche Luftrettungsnetz zu den modernsten und fortschrittlichsten auf der Welt. Kein Wunder also, dass viele europäische Nachbarländer beim Aufbau ihrer Luftrettung auf das deutsche Know-how setzen. Das VOX-Magazin „auto motor und sport tv“ erklärt am Sonntag (17.09., 17.00 Uhr bis 18.15 Uhr), wann der im nordfriesischen Niebüll stationierte DRF-Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5“ zu Einsätzen nach Dänemark fliegt und warum der niederländische ANWB-Helikopter „Lifeliner 3“ sowohl in Deutschland als auch in Holland eingesetzt wird.

Während der dreitägigen Dreharbeiten hat
das Team des Kölner Fernsehsenders auch das Luftrettungszentrum in Niebüll
besucht. Denn seit rund einem Jahr fliegt die dort stationierte Maschine vom
Typ „Eurocopter 135“ grenzüberschreitend. Schon heute führen
rund zehn Prozent der Flüge nach Dänemark – Tendenz steigend!
„Der Helikopter als schnelles Transportmittel für den Notarzt hat
sich gerade in abgelegenen Regionen bestens bewährt“, urteilt DRF-Pilot
Christoph Maier im VOX-Interview. Im Gegensatz zu Deutschland kennen die Dänen
allerdings kaum Notärzte und schon gar keine Luftrettung.

Deshalb interessiert man sich in Dänemark für den Aufbau eines Luftrettungsnetzes und nutzt die in Niebüll stationierte Maschine, um Erfahrungen zu sammeln. Bei Einsätzen im Nachbarland wird der Hubschrauber über die Rettungsleitstelle im dänischen Kolding angefordert. Gerade nach Verkehrsunfällen ist es für die Crew allerdings wichtig, nicht – wie überall in Deutschland üblich – auf der Fahrbahn zu landen. „Weder die dänischen Autofahrer noch die Polizisten rechnen damit, wir würden uns nur selbst gefährden“, erklärt Pilot Maier. „Denn hier werden die Straßen nach Unfällen nicht abgesperrt bzw. konsequent dicht gemacht“.


Inzwischen hat „Christoph 5“ bereits über einhundert Mal schnelle Hilfe in Dänemark geleistet. Häufig werden die Verletzten bzw. Patienten auch in deutsche Krankenhäuser geflogen, weil es dort Spezialbetten gibt. Entscheidend ist aber immer, welche Klinik optimale Behandlungsmöglichkeiten bietet und binnen kürzester Zeit angeflogen werden kann. Generell stellt die deutsche Hubschrauberbesatzung fest, dass dänische Rettungssanitäter über einen sehr hohen Ausbildungsstandard verfügen. Und das erklärt auch, weshalb es in Dänemark bislang kein flächendeckendes Notarztsystem gibt.
„Der Rettungsdienst in Dänemark ist über
die Firma Falck privatwirtschaftlich organisiert und die Leute dort sind sehr
gut fortgebildet“, beschreibt Holger Armonies, einer der Notärzte
von „Christoph Europa 5“, im VOX-Interview. Der Crew ist aufgefallen,
dass es in Dänemark deutlich mehr sogenannte Alleinunfälle gibt,
während auf Straßen in der deutschen Küstenregion Zusammenstöße
zwischen mehreren Fahrzeugen beinahe an der Tagesordnung sind. Gelegentlich
glaubt Rettungssanitäter Sascha Münster sogar, Unterschiede im Fahrstil
zwischen den beiden Ländern feststellen zu können.

„Was auffällt ist, dass in Dänemark die Deutschen vorsichtig fahren und die Dänen sich dadurch eigentlich eher belästigt fühlen. Das liegt natürlich daran, weil die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen in Dänemark wesentlich höher sind“, sagt Sascha Münster. Übrigens: Möglich wird der Einsatz des deutschen Rettungshubschraubers in Dänemark durch ein europäisches Förderprojekt. Und um bereits an den Einsatzstellen mit Verletzten bzw. Sanitätern sprechen zu können, verfügen alle Besatzungsmitglieder von „Christoph Europa 5“ über dänische Sprachkenntnisse.